Umweltfachliche Bauüberwachung

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Umweltfachliche Bauüberwachung

Die Umweltfachleute der DB vor Ort sind anerkannte Umweltfachliche Bauüberwacher:innen. Sie prüfen vor dem Bau, ob alle Umweltbestimmungen und Gesetze berücksichtigt wurden. Während der Bauphase kontrollieren sie die Umsetzung, halten Kontakt zu den Baufirmen und Fachbehörden und stehen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung.

Bei vielen Baumaßnahmen ist die Kontrolle durch die Umweltfachliche Bauüberwachung (UBÜ) im Planrechtsbeschluss festgeschrieben. Der Grund: Die Anforderungen sind oft so komplex, dass sie nur mit Hilfe von Expert:innen gesetzeskonform umgesetzt werden können.

Wer in der Umweltfachlichen Bauüberwachung tätig sein will, muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

1. Ausgangsqualifikationen

  • Für Hochschulabsolvent:innen mindestens zwei Jahren praktische Tätigkeit in der gewünschten Fachrichtung, vorzugsweise auf Baustellen oder
  • Mindestens fünf Jahre praktische Tätigkeit in der gewünschten Fachrichtung, vorzugsweise auf Baustellen (siehe EBA-Umweltleitfaden, Teil 7, Anlage 1 und Ril190.0121 DB AG)

 2a. Pflichtkurse für DB-Mitarbeitende:

  • Teilnahme am Grundkurs Screening, Modul1 (Ub7101) sowie am Grundkurs Umweltfachliche Bauüberwachung, Modul 1 und Modul 2 (Ub7110 und Ub7111)

2b. Pflichtkurse für DB-Externe: 

  • Nachweisbare Erfahrungen bei Umweltplanungen von Baumaßnahmen in mindestens drei Projekten
  • Pflichtkurse bei DB-Training (siehe 2a, ohne den Grundkurs Screening, Ub7101) oder vergleichbare Kurse anderer Bildungsanbieter, die von der DB anerkannt werden (z. B. Umweltinstitut Offenbach und Bundesverband Wohnen und Stadtentwicklung (vhw))

3. Zuverlässigkeit gemäß §10 5. BImSchV

  • Persönliche Zuverlässigkeit in Anlehnung an §10 der 5. BImSch

4. Praktische Erfahrungen auf der Baustelle

  • Mindestens 30 Tage praktische Erfahrungen auf der Baustelle in der gewünschten Fachrichtung, aufgeteilt in:
    • Bewerber:in (eine Fachrichtung): Mindestens 30 Tage in der Fachrichtung
    • Bewerber:in (zwei Fachrichtungen): Mindestens zwölf Tage je Fachrichtung und in Summe mindestens 30 Tage (d.h. falls zwölf Tage in Fachrichtung 1, dann 18 Tage in Fachrichtung 2)
    • Bewerber:in (Generalist:in, z. B. wenn bereits anerkannt als UBÜ einer Fachrichtung): Je nach Voranerkennung mindestens acht Tage in einer Fachrichtung bei drei Fachrichtungen (in Summe mind. 30 Tage)
    • Bewerber:in (Generalist:in und eine Fachrichtung): Mindestens zwölf Tage in der Spezialisten-Fachrichtung sowie mindestens sechs Tage in den Generalisten-Fachrichtungen (in Summe mind. 30 Tage)

5. Bestandenes Prüfungsgespräch vor der Prüfungskommission der Deutschen Bahn

Zusätzliche Hinweise für UBÜ Bodenschutz und Generatlist:innen

Mit der Novellierung des EBA- Umweltleitfadens, Teil 7 (seit Juni 2025) wird nun stärker auf den Bodenschutz fokussiert und die vormals inkludierte Fachrichtung Abfall aus dem Aufgabenspektrum der UBÜ herausgelöst. Damit einher gehen Änderungen in den Qualifikationsanforderungen (EBA-UL, Anlage 1) und den Aufgaben (EBA-UL, Anlage 2) für die UBÜ Bodenschutz. Als angehende UBÜ Bodenschutz sind – zusätzlich zu den mind. 30 Tage praktischen Erfahrungen/Hospitationstage im Bodenschutz – nunmehr auch Erfahrungen zur Bodenansprache, Probenahme und Analytik aus Studium oder Beruf nachzuweisen. Diese Voraussetzungen gelten nicht für angehende Generalist:innen, werden jedoch empfohlen. Ausschlaggebend für die Prüfungszulassung für angehende Generalist:innen sind ausschließlich die praktischen Erfahrungen/Hospitationstage im Bodenschutz auf der Baustelle (vgl. Tätigkeiten analog EBA-UL, Anlage 2).

Da alle Tätigkeiten, die den Bodenschutz betreffen, auch Abfallbezug haben können, behält sich die Prüfungskommission UBÜ vor, dass sowohl für angehende UBÜ Bodenschutz wie Generalist:innen auch allgemeine Abfallfragen Gegenstand der Prüfung sein können.

Alle wichtigen Informationen zur Qualifizierung sind in den FAQ zu finden (siehe Downloads). Ebenfalls unter Downloads gibt es eine Checkliste zu den Voraussetzungen und das Muster-Bestellschreiben, das über Aufgaben und Pflichten sowie Rechte und Befugnisse der UBÜ informiert.

Schulungen zur Umweltfachlichen Bauüberwachung

Das notwendige Handwerkszeug erlernen die Teilnehmer:innen in zwei aufeinander aufbauenden Kursen (Ub7110 und Ub7111) bei DB-Training. In den Kursen lernen sie das Basiswissen in den vier Fachrichtungen Naturschutz, Immissionsschutz, Wasser/Gewässerschutz und Bodenschutz. Beide Kurse sind Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung. Nähere Informationen zu den aufeinander aufbauenden Modulen gibt es unter den angegebenen Kursnummern im Buchungsportal von DB Training.

Die Prüfung zur Umweltfachlichen Bauüberwachung muss bei der DB absolviert werden (Kurs Ub7109). Ausnahme ist der Kurs bei der vhw. Dieser schließt mit einer Prüfung ab, die ebenfalls anerkannt ist. Die Absolvent:innen brauchen sich lediglich bei der Prüfungskommission der DB anerkennen lassen. Je nach Prüfungsziel und für eine bessere Prüfungsvorbereitung empfiehlt es sich zudem, weitere fakultative Kurse zu belegen. Dies können fachspezifische Kurse bei DB-externen Bildungsanbietern wie UIO und vhw sein (für externe Prüfungsanwärter:innen) oder auch Kurse bei DB Training (für alle Prüfungsanwärter:innen):

  • Naturschutz in Planung und Bau (Ub0143)
  • Gewässerschutz in Planung und Bau (Ub0127)
  • Bodenschutz in Planung und Bau (Ub0137)
  • Kreislaufwirtschaft/Abfall für Bauüberwacher:innen (Ub7240)
  • Immissionsschutz/Schall für Umweltfachliche Bauüberwacher:innen (Ub0132)
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Das Prüfungsgespräch

Um für die Prüfung zugelassen zu werden, müssen die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein (siehe Checkliste). Außerdem muss vor dem Prüfungsgespräch der vollständig ausgefüllte Vordruck "Nachweis zur Ausbildung und fachlichen Vorerfahrung für die Qualifikation zur UBÜ gemäß EBA-Umwelt-Leitfaden" an die Prüfungskommission gesendet werden.

Bitte beachten: Im Rahmen einer Prüfung können maximal zwei Fachrichtungen geprüft werden – entweder in bis zu zwei Spezialist:innen-Frachrichtungen oder als Generalist:in und Spezialistin in einer Fachrichtung (um als generelle/r UBÜ tätig sein zu können, muss man Spezialist:in in mindestens einer Fachrichtung sein). In der Regel empfiehlt es sich, zunächst als Spezialist:in auf der Baustelle tätig zu werden und die Prüfung als Generalist:in nachzuziehen, wenn ausreichende Erfahrungen in allen Fachrichtungen vorliegen.

Die Prüfung dauert etwa 90 Minuten. Sie wird in Präsenz in einer Gruppe von bis zu drei Anwärter:innen abgehalten. Die Prüfungskommission befragt die Anwärter:innen zu Inhalten und Erfahrungen je nach angestrebter Fachrichtung (generelle UBÜ, spezielle UBÜ) sowie allgemein zu Haftung, Rechten, Pflichten und Aufgaben der UBÜ. Weitere Informationen zur Prüfung (Ub7109) finden sich unter Eingabe der Kursnummer im Buchungsportal von DB Training.

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Nach erfolgreicher Prüfung

Nach erfolgreicher Prüfung gilt die Anerkennung zur Umweltfachlichen Bauüberwachung für zwei Jahre. Dabei ist die Frist jahres- und nicht monatsscharf wirksam. Anschließend muss das Wissen aufgefrischt werden. Hierfür gilt:

  • Die generelle UBÜ muss alle zwei Jahre die Aufbaukurse zu allen Fachrichtungen besuchen
  • Eine spezielle UBÜ muss alle zwei Jahre nur den oder die Aufbaukurse zu ihren Fachrichtungen belegen

Die Deutsche Bahn bietet spezielle Aufbaukurse zu allen vier Fachrichtungen an. Für generelle UBÜ sind die Aufbaukurse in einem Kompaktkurs (Ub730A) gebündelt. Spezielle UBÜ wählen fachrichtungsspezifische Aufbaukurse, die innerhalb der zwei Jahre in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können (Ub7302 - Ub7305).

UBÜ Naturschutz können alternativ zum Ub7305 folgende Kurse belegen, um Ihren Status zu aktualisieren:

  • Aufbaukurs Tierische Lebensräume bei der DB (Ub7115)
  • Aufbaukurs Feldornithologie (Ub7117)
  • Aufbaukurs Fledermäuse am Gleis (Ub7118)
  • Aufbaukurs Rufakustik und Detektoranalyse bei Fledermäusen (Ub7119)
  • Aufbaukurs Herpetologie – Reptilien und Amphibien am Gleis (Ub7120)

Nähere Informationen zu den entsprechenden Kursen gibt es unter den angegebenen Kursnummern im Buchungsportal von DB Training. Werden die bzw. der notwendige Aufbaukurs direkt bei DB Training absolviert, erhalten die Teilnehmenden automatisch und zusätzlich zur Teilnahmebescheinigung eine Aktualisierungsurkunde als UBÜ aus der Lernplattform DB Lernwelt.

Gerne können externe UBÜ auch vergleichbare, von der Prüfungskommission anerkannte Qualifikationsmaßnahmen anderer Bildungsanbieter zur Aktualisierung der Anerkennung besuchen. Wer sich unsicher ist, ob der angestrebte Kurs auf die Fachrichtung der eigenen Anerkennung einzahlt, nimmt bitte vorab Kontakt zur Prüfungskommission unter DB.PKUBUE@deutschebahn.comauf.

Wurden die notwendigen Aufbaukurse bei DB-externen Bildungsanbietern absolviert, muss im Anschluss unaufgefordert die Teilnahmebescheinigung zusammen mit dem Vordruck "Nachweis Aktualisierung Anerkennung" per E-Mail an DB-Umweltkurse@deutschebahn.com gesendet werden. Wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, aus dem die Aktualisierung der Anerkennung als UBÜ für weitere zwei Jahre hervorgeht.

Die Aktualisierung gilt jeweils nur im Zusammenhang mit der Erstanerkennung und muss lückenlos sein. Die Aktualisierung kann überprüft werden, zum Beispiel vom Eisenbahn-Bundesamt, der Projektleitung oder dem Einkauf der Deutschen Bahn.

Erfolgt die Aktualisierung nicht fristgerecht, wird dies dem Eisenbahn-Bundesamt gemeldet und die Qualifikation als UBÜ wird aberkannt.

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Kontakt

Bei Fragen zur UBÜ-Ausbildung oder zur Prüfung bitte eine E-Mail an DB.PKUBUE@deutschebahn.com schreiben.

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  • Eine Videokonferenz im Home Office.
  • Teilnehmende einer Umweltschulung halten ein Tablet in der Hand
    • Welche Schulungen werden aktuell angeboten und wie können sie gebucht werden? Eine Übersicht mit allen nötigen Informationen.

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    • Bei diesen Schulungen lernen Teilnehmende alles rund um den Umweltschutz und was bei Baumaßnahmen und beim Bahnbetrieb wichtig ist.

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