Bauhistorisches Erbe

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Die Ostansicht des Hauptbahnhof Dresden.
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Mit ihren Bahnhöfen, Werken und Liegenschaften prägt die Deutsche Bahn viele Innenstädte und urbane wie ländliche Räume – früher wie heute. Sie stehen für einen wichtigen Teil deutscher Bau-, Kultur- und Stadtgeschichte. Alle Epochen, alle Stile sind vertreten – von den Anfängen der Eisenbahngeschichte in Deutschland in den 1830er-Jahren bis in die Gegenwart. Jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte. Diese historischen Bauten und Denkmäler gilt es zu schützen, zu erhalten und mit einer modernen Stadt- und Raumentwicklung zu verbinden.

Anspruch der DB ist es, diesem kulturellen Erbe im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gerecht zu werden. Denn in vielen Fällen ist es eine große Herausforderung, die alten Gebäude für die aktuellen Erfordernisse zu modernisieren. Ein großer Teil der Immobilien ist zwischen 80 und 100 Jahre alt und stammt noch aus einer Zeit, als Dampfloks auf den  Schienen unterwegs waren. Den Erhalt und die Pflege historischer Bahnhofsimmobilien versteht die Deutsche Bahn als wichtigen Bestandteil ihres gesellschaftlichen Beitrags.

Restaurierung denkmalgeschützter Objekte

Ein prominentes Beispiel für die Sanierung und Modernisierung denkmalgeschützter Objekte ist der altehrwürdige Bonatzbau. Das historische Empfangsgebäude des Stuttgarter Hauptbahnhofs wurde zwischen 1914 und 1928 – unterbrochen vom Ersten Weltkrieg – nach den Plänen des Architekten Paul Bonatz erbaut. Schon seit 1987 gilt er als ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.

Der Bonatzbau, das historische Empfangsgebäude des Stuttgarter Hauptbahnhofs, in einem Modell-Entwurf
Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Der Bonatzbau in einem Modell-Entwurf, wie er Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Durch die Modernisierungsarbeiten bleibt das historische Gebäude als prägende Konstante in Stuttgarts Stadtbild erhalten.

Im Zuge des Projekts Stuttgart 21 werden Reisende von der Stuttgarter Innenstadt ebenerdig durch den Bonatzbau in die neue, barrierefreie Bahnsteighalle gelangen. In diesem Zuge wird das über 100 Jahre alte Gebäude umfassend saniert, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Geplant ist, die prägenden Gebäudeteile des Bonatzbaus – Turm, Kopfbahnsteighalle, Mittelaufgang sowie Kleine und Große Schalterhalle – in Form einer Haus-in-Haus-Konstruktion zu erhalten und durch ein neues Tragwerk zu entlasten und zu sichern. So bleibt der Bonatzbau weiterhin das historische Wahrzeichen der Landeshauptstadt Stuttgart und wird zudem zur modernen Mobilitätsdrehscheibe.

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Denkmalschutz vermitteln

Zur Bewahrung des bauhistorischen Erbes gehört neben der baulichen Pflege und Instandhaltung auch die Bedeutungsvermittlung von Denkmalschutz- und pflege. Im April 2023 hat die DB beispielsweise im Rahmen einer großen öffentlichen Veranstaltung den 125. Geburtstag des Dresdner Hauptbahnhofs gefeiert.

Lichtinstallation bei 125-Jahr-Feier des Dresdner Hauptbahnhofs
Bei der 125-Jahr-Feier des Dresdner Hauptbahnhofs wurde dessen bewegte Geschichte in einer multimedialen Laser-Show präsentiert.

Den Abschluss des ganztägigen Events bildete eine multimediale Lasershow. Präsentiert wurde die Geschichte des Bahnhofs von der Inbetriebnahme, über die zerstörerischen Kriegsjahre, den Wiederaufbau und die DDR-Zeit, die Ereignisse im Herbst 1989, den kompletten Umbau und die Beseitigung der Schäden des Jahrhunderthochwassers 2002 bis zum Umbau als modernen Einkaufsbahnhof im Jahr 2014. Daran lässt sich erkennen, wie stark sich (welt-)historische Ereignisse in den Bahnhöfen der Deutschen Bahn widerspiegeln. Ein anderes Beispiel ist das Instandhaltungswerk für Dampflokomotiven in Meiningen: Hier finden regelmäßig Führungen statt, bei denen der Standort, das Gebäude und die historischen Fahrzeuge den Besucher:innen nähergebracht werden.

Entscheidung zur Stärkung der Bahnhofsgebäude

Wir als Deutsche Bahn wollen die Bahnhofsgebäude auch in Zukunft weiter stärken. Dort, wo es möglich und sinnvoll ist, werden wir ihren ursprünglichen Charakter bewahren und gemeinsam mit den Städten im Sinne des Allgemeinwohls weiterentwickeln. Darum haben wir im Juli 2022 entschieden, keine Empfangsgebäude an unseren Bahnhöfen mehr zu verkaufen. Mit diesem Kurswechsel bleiben alle rund 700 Empfangsgebäude in unserem Eigentum. Ausgenommen vom Verkaufsstopp sind ausgewählte Immobilien, bei denen wir bereits vertragliche Bindungen mit den Kommunen eingegangen sind.