Der Schutz von Umwelt und Natur hat einen hohen Stellenwert für die Deutsche Bahn. Deshalb will die DB ihre Flächen ökologisch nachhaltig gestalten. Um die biologische Vielfalt zu fördern, hat die DB daher mit externen Partnern daran geforscht, wie der Vegetationsrückschnitt unter Hochspannungsleitungen gestaltet werden kann. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und sollen anschließend in einem Pilotprojekt in der Praxis erprobt werden.
Vegetationsmanagement mit modernster Technik
Extremwetterereignisse nehmen immer mehr zu. Daher arbeitet die Deutsche Bahn daran, den Baumbestand entlang der Strecken noch besser zu kontrollieren und zu pflegen. Bei der Inspektion kommt auch modernste Technik zum Einsatz: Zusammen mit dem Start-up LiveEO werden Satellitenbilder ausgewertet, um daraus mit Hilfe Künstlicher Intelligenz digitale Vegetationskarten der Bahnstrecken zu erstellen. So erhält die DB einen Überblick über den Baumbestand, den Abstand der Vegetation zu Gleisen sowie deren Wuchshöhe. Damit können sturmanfällige Bäume noch schneller identifiziert und die Pflege weiter verbessert werden.
Insektenschutzforschung an Bahnhöfen
In dem mehrjährigen Projekt „Insektenschutz an Bahnhöfen durch insektenfreundliche Beleuchtung“ (BALIN) hat die Deutsche Bahn mit externen Partnern untersucht, wie durch den Einsatz alternativer Lichtquellen ein positiver Beitrag zum Insektenschutz geleistet werden kann. Dafür hat die DB sechs Bahnhöfe mit insektenfreundlicher Beleuchtung ausgestattet. Mit Hilfe von sogenannten Kreuzfensterfallen wurde dabei die Anziehungskraft der Leuchtmittel auf die Insekten untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass LED-Leuchten mit amberfarbenem Licht (1.800 Kelvin) für den Schutz von Insekten besser geeignet sind als Leuchten in neutralweißer Ausführung (4.000 Kelvin). Grund dafür ist der geringere Blauanteil im Amber-Licht im Vergleich zu herkömmlichen Lichtquellen. Er lässt Beleuchtungen mit niedrigerer Kelvinanzahl wärmer erscheinen. Hinzu kommt, dass nachtaktive Insekten ein hohes Helligkeitsempfinden besitzen und sich daher von Leuchten mit höherem Blauanteil stärker angezogen fühlen. Erste naturnahe Bahnhofsanlagen im Westhavelpark, Mecklenburg und im Berliner Umland wurden bereits auf amberfarbene LED-Leuchten umgerüstet. Weitere Standorte sind in Planung.
Das Projekt wird im Rahmen der Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.